Intervalle auf der Gitarre und in Akkordsymbolen

Diese Lektion beinhaltet eine große Bandbreite von Basiswissen bis hin zu speziellen Zusammenhängen. Sie soll zunächst als Überblick und später zum Nachschlagen von Details dienen.

Regeln zur Benennung von Intervallen in Akkorden:

  • Für die Akkordbezeichnung zählen nur die Invalle, die der Grundton mit jedem weiteren Akkordton bildet. Die Intervalle zwischen einzelnen Akkordtönen (z.B. zwischen der Terz und der Septime) spielen bei der Benennung eines Akkordes keine Rolle.
  • Es spielt für die Akkordbezeichnung keine Rolle, in welcher Oktave sich ein Akkordton befindet. Jeder Akkordton kann auf der Gitarre auch eine (mehrere) Oktaven höher oder sogar tiefer als der Grundton gespielt werden.
  • Grundton und Akkordtöne können im Gitarrengriff auch mehrfach vorkommen. Auch dies ändert das Akkordsymbol nicht.
  • Gezählt wird immer vom Grundton nach oben. Spielen wir z.B. einen Akkord bei dem G der tiefste Ton ist, ein auf der nächst höheren Saite liegendes C allerdings der Grundton, zählen wir nicht 4 Töne vom C hinunter "C B A G", sondern 5 Töne hinauf "C D E F G" - wodurch G die Quinte (5) des Akkordes ergibt.
  • Die unterschiedlichen Bezeichnungen für ein Intervall sagen ebenfalls nichts über die absolute Tonhöhe aus. Ob ein A in einem Akkord mit Grundton C als 6 oder 13 bezeichnet wird, hängt von der restlichen Zusammensetzung des Akkordes ab und NICHT davon, ob der Ton 6 oder 13 Töne höher liegt als der Grundton.

Intervallgenerator

(Alterierte) Akkorderweiterung b9

Die kleine Sekunde kommt in der Praxis immer als b9 (nie als b2) vor. Sie gehört zu den sogenannten alterierten Akkorderweiterungen ("altered tensions").

Die b9 wird im Akkordsymbol in Klammern notiert, z.B. G7(b9) oder mit anderen (alterierten oder natürlichen) Tensions zusammen wie z.B. G7(b9,13) oder G7(b9,b13). Sie kann ebenso gespielt werden, wenn im Akkordsymbol das allgemeine Kürzel "alt" notiert ist, z.B. G7alt oder G7(alt). Das bedeutet: spiele einen G7 mit alterierten Tensions nach freier Wahl.

In der Praxis wird die b9 besonders bei Dominantseptakkorden mitgespielt, die sich von V nach I auflösen (also eine Quinte nach unten). Beispiele: G7(b9) → Cmaj7, G7(b9) → Cm7, F7(b9) → Bb, etc.

Theoretisch gesehen könnte man einen Akkord aus den Tönen C, G und Db als Csusb2 Akkord bezeichnen. Mir ist ein solcher noch nicht begegnet. Es würde sich dabei wahrscheinlicher um einen C7(b9) handeln, bei dem Terz und Septime einfach mal weggelassen* wurden...??? Nun, wenn man seine Zuhöhrer unbedingt mit einem solchen Akkord quälen möchte: Csusb9 oder C7(b9,no3,no7) oder C(addb9,no3)...

*) Wenn etwas unbedingt weggelassen werden soll, kann man das im Akordsymbol mit "no3" oder "omit3" bzw. "no7" oder "omit7" anmerken

(Große) Sekunde

Hat ein Akkord keine Terz, stattdessen aber eine große Sekunde, dann wird dies im Akkordsymbol als sus2 notiert, z.B. Csus2.

Sus steht für das englische "suspended" (weggelassen). Die Terz wird also weggelassen und durch die 2 ersetzt. Eine 2 steht nie ohne "sus" im Akkordsymbol.

Akkorderweiterung 9

Hat ein Akkord eine Terz (3 oder m3) UND eine große Sekunde, dann notiert man diese im Akkordsymbol als 9 (nicht als 2), weil es sich um eine Akkorderweiterung ("Tension") handelt. Wir unterscheiden dabei zwei Fälle:

  • 9, wenn der Akkord eine Septime enthält: wir notieren die 9 in Klammern oder durch einen Querstrichstatt von der 7 getrennt oder (häufiger) anstatt der 7, z.B. C7(9) bzw. C9, Cmaj7(9) bzw. Cmaj9, Cm7(9) bzw. Cm9, etc.
  • add9, wenn der Akkord keine Septime enthält: z.B. Cadd9 oder Cm(add9). Man kann add9 immer auch in Klammern schreiben, um verwirrende Buchstabenfolgen zu vermeidenn (wie z.B. bei Cmadd9 oder Abadd9).

(Alterierte) Akkorderweiterung #9

Besitzt ein Akkord eine große Terz (3) UND eine kleine Terz (m3), so wird die kleinen Terz als übermäßige Sekunde betrachtet (sonst hätte man ja zwei Terzen). Sie wird im Akkordsymbol allerdings nicht als #2, sondern als #9 bezeichnet und notiert, weil sie keinen Akkordton ersetzt (es gibt ja noch eine Terz) und damit zu den (alterierten) Akkorderweiterungen ("altered tensions") gehört.

Die #9 wird im Akkordsymbol in Klammern notiert, z.B. G7(#9). Sie kann ebenso gespielt werden, wenn im Akkordsymbol das allgemeine Kürzel "alt" notiert ist, z.B. G7alt oder G7(alt). Das bedeutet: spiele einen G7 mit alterierten Tensions nach freier Wahl.

In der Praxis wird die #9 besonders bei Dominantseptakkorden mitgespielt, z.B. G7(#9), E7(#9), etc.

Kleine Terz

Grundton - kleine Terz (m3) - Quinte (5) bilden zusammen einen Mollakkord. Da eine Terz zur Basis-Ausstattung eines Akkordes gehört, notiert man die 3 nicht extra, sondern schreibt für Moll ein kleines m oder ein Minuszeichen (z.B. Am oder A-).

Auch ein kleingeschriebener Grundton (in moderner Musik bitte vermeiden) steht für Moll (z.B. "a" statt "Am").
Durchaus gebräuchlicher in moderner Musik sind auch "mi" oder "MI". Allerdings ist dies nur in handschriftlicher Notation gut lesbar, wenn man das "mi" oder "MI" etwas kleiner als den Grundton und evtl. mit etwas Platz dazwischen schreibt.

Große Terz

Grundton - große Terz (3) - Quinte (5) bilden zusammen einen Durakkord. Die große Terz findet gar keine Erwähnung im Akkordsymbol - als Akkordsymbol für einen Durakkord dient lediglich der Grundton als Großbuchstabe geschrieben, z.B. C, F, Bb, Eb,...

(Reine) Quarte

Hat ein Akkord keine Terz, stattdessen aber eine Quarte, dann wird dies im Akkordsymbol als sus4 oder einfach sus notiert, z.B. Csus4 oder Csus.

Sus steht für das englische "suspended" (weggelassen). Die Terz wird also weggelassen und durch die 4 ersetzt. Eine 4 steht nie ohne "sus" im Akkordsymbol.

Selten, aber doch, stößt man auf add4 Akkorde. Da die Quarte in diesem Fall aber eine Akkorderweiterung darstellt, sollte dieser Akkord richtig add11 heißen → siehe Akkorderweiterung 11.

Akkorderweiterung 11

Hat ein Akkord eine Terz UND eine Quarte (in diesem Fall meist m3, da die 11 fast nur bei Moll vorkommt), dann notiert man diese im Akkordsymbol als 11 (nicht als 4), weil es sich um eine Akkorderweiterung ("Tension") handelt. Wir unterscheiden dabei (wie schon bei der 9) zwei Fälle:

  • 11, wenn der Akkord eine Septime enthält: wir notieren die 11 in Klammern hinter der 7 oder (häufiger) anstatt der 7, z.B. Cm7(11) bzw. Cm11.
  • add11, wenn der Akkord keine Septime enthält: z.B. Cm(add11). Man kann add11 in Klammern schreiben, um Verwirrung durch Buchstabenfolgen zu vermeidenn (wie z.B. bei Cmadd11).

In der Praxis kommt die 11 eigentlich nur bei Mollseptakkorden vor. Außnahme: Bei wenigen Voicings (z.B. B (dt. "H") als Barrégriff am 2ten Bund [ B F# B D# ] und dazu die leere hohe E-Saite = add11) klingt Dur mit add11 reizvoll, wenn der Akkord zerlegt (arpeggiert) gespielt wird. So ergibt sich ein Effekt, als würde man abwechselnd Dur und Sus4 spielen.

Bei Moll ist add11 deshalb selten, weil man beim Mollakkord fast immer eine 7 mitspielen kann. Ein m(add11) ist daher fast immer ein m11, bei dem die 7 vielleicht nur deshalb nicht gespielt wird, weil keine Saite oder kein Finger mehr zur Verfügung stand - nicht, weil eine 7 unbedinhgt zu vermeiden wäre.

Es stellt sich auch oft die Frage: analysiere ich, welchen Akkord jemand spielt:: aha, der spielt Moll ohne 7, aber aber mit 11, also m(add11) ...oder schreibe ich einen Song dafür auf, dass er von jemand anderem begleitet und gut gut lesbar sein soll - dann meist eher m11 statt m(add11). Siehe auch die Lektion über Sus und Add Akkorde.

Verminderte Quinte

Die verminderte Quinte (b5) kommt in der Regelin Verbindung mit einer kleinen Terz (m3) vor. Daraus resultieren der Verminderte Akkord bzw. der Halbverminderte Akkord (siehe Tabelle unten).

Sus4(b5) ist denkbar (und wäre so korrekt geschrieben), wird einem in der Praxis aber kaum bis gar nicht begegnen (versuche einen zu spielen und Du weißt warum).

In Verbindung mit einer großen Terz (also bei Durakkorden) spricht man eher von einer übermäßigen Quarte und schreibt #11 statt b5. Akkorde haben immer auch eine (oder mehrere) zugehörige (zum Akkord passsende) Tonleiter. Eine b5 würde implizieren, das diese Tonleiter eine reine Quarte enthält - das würde eine Tonleiter mit zwei aufeinander folgenden Halbtonschritten [3 11 b5] ergeben. Die Tonleiter enthält aber mit größter Wahrscheinlichkeit eher eine reine Quinte (5) oder übermäßige Quinte (#5). Somit ist die Bezeichnung #11 bei Durakkorden schlüssiger. Trotzdem stolpert man gar nicht selten über Akkorde wie z.B. G7(b5). Naja, wenn man es nicht so übergenau nimmt, passt das schon...

(Alterierte) Akkorderweiterung #11

Die übermäßige Quarte wird auch Tritonus genannt. Sie wird im Akkordsymbol nie als #4, sondern immer als #11 notiert.

Sie kommt sowohl in Dominantseptakkorden vor, z.B. G7(#11) oder Db7(#11), oder auch bei Maj7-Akkorden, z.B. Fmaj7(#11). Beim Maj7-Akkord auf der IV. Stufe der sogenannten Stufenakkorde oder modalen Akkorde(also z.B. Fmaj7 in C-Dur) ist die #11 - das B (dt. "H") sogar ein tonleitereigener Ton (F G A "H"), da hier kein Halbtonschritt zwischen dem 3. und 4. Ton liegt, wie es bei der ersten Stufe der Fall wäre.

Bei Akkorden mit #11 spielt man auf der Gitarre die #11 in der Regel statt der Quinte (die Quinte wird um einen Halbtonschritt/Bund herabgesetzt). Trotzdem heißt die #11 in diesen Akkorden nicht b5 (gleicher Ton), da dies implizieren würde, dass die zugehörige Tonleiter eine reine Quarte (11) und eine verminderte Quinte (b5) hätte... (Siehe auch Beschreibung zu b5)

(Reine) Quinte

Grundton - große Terz (3) - Quinte (5) bilden zusammen einen Durakkord, Grundton - kleine Terz (m3) - Quinte (5) einen Mollakkord.

Jeder Akkord enthält eine reine Quinte, wenn nicht im Akkordsymbol extra eine b5 (auch dim) oder #5 (auch + oder aug) notiert ist. Die reine Quinte kann auch weggelassen werden, besonders um bei komplexen Akkorden einen Finger bzw. eine Saite mehr für Akkorderweiterungen wie 11, #11, b13 oder 13 zur Verfügung zu haben.

Ist eine 5 im Akkordsymbol erwähnt, z.B. G5 oder C5, handelt es sich um einen sogenannten Powerchord (typisch für Rockgitarren-Riffs). Dieser "Akkord" besteht ausschließlich aus Grundton und Quinte.

Übermäßige Quinte

Die übermäßige Quinte (#5) kommt in der Regelin Verbindung mit einer großen Terz (3) vor. Daraus resultiert der Übermäßige Akkord. Im Akkordsymbol steht bei einfachen Übermäßigen Akkorden (ohne Septime) dann ein Pluszeichen oder die Abkürzung aug, z.B. C+ oder Caug, manchmal auch C+5 oder C5+, seltener C(#5). In letzterem Falle muss man auch Klammern setzen sonst glaubt man einen C# Powerchord vor sich zu haben.

Mit 7 oder maj7 schreibt man seltener aug - Schreibweisen sind hier z.B. C+7, C7(#5), Cmaj7(#5). Hier gibt es oft falsche und verwirrende Schreibweisen: C+7 ...ist jetzt C7 mit #5 gemeint oder maj7, ach so C7+ heißt maj7 oder was jetzt? Also mit 7 (bzw. maj7) fährt man doch mit der Schreibweise 7(#5) am besten.

Kleine Sexte

Die kleine Sexte (b6) ist eher selten. Der Ton, den sie bildet, hat im Akkord viel wahrscheinlicher die Funktion der Akkorderweiterung b13 oder einer übermäßigen Quinte #5.

Wenn sie doch einmal vorkommt, dann in Verbindung mit einem Mollakkord, z.B. Cm(b6). Dieser wird aber eher als Slash Chord mit der b6 als Grundton betrachtet, also als Ab/C bzw. Abmaj7/C notiert.

(Alterierte) Akkorderweiterung b13

Die kleine Sexte wird statt b6 als b13 notiert, wenn der Akkord ein Septime enthält. Die b13 gehört zu den sogenannten alterierten Akkorderweiterungen .

Sie wird im Akkordsymbol in Klammern notiert, z.B. G7(b13) oder mit anderen Tensions zusammen wie z.B. G7(b9,b13). Sie kann ebenso gespielt werden, wenn im Akkordsymbol das allgemeine Kürzel "alt" notiert ist, z.B. G7alt oder G7(alt). Das bedeutet: spiele einen G7 mit alterierten Tensions nach freier Wahl.

In der Praxis wird die b13 besonders bei Dominantseptakkorden mitgespielt, die sich von V nach I auflösen. Beispiele: G7(b13) → Cmaj7, G7(b13) → Cm7, F7(b9) → Bb, etc.

(Große) Sexte

Die große Sexte wird im Akkordsymbol als 6 notiert, wenn der Akkord keine Septime (7 oder maj7) besitzt und bildet damit statt der Septime den vierten Ton des Basisakkords.

Enthält der Akkord eine 7 oder maj7, dann hat die große Sexte die Funktion der Akkorderweiterung 13, z.B. G7(13) bzw. kurz G13 oder Cmaj7(13) bzw. kurz Cmaj13.

Oft kommt die 6 in Verbindung mit der Akkorderweiterung 9 vor - als "Sechs-Neun"-Akkord. Dieser wird oft mit Querstrich notiert, z.B. C6/9. Hier wird die Schreibweise 6(9) bevorzugt, also z.B. C6(9).

Verminderte Septime

Die große Sexte wird als verminderte Septime dim7 oder °7 notiert, wenn sie mit Grundton - kleiner Terz (m3) - verminderter Quinte (b5) einen verminderten Akkord bildet, z.B. Cdim7 oder C°7. Oft wird die 7 gar nicht mit notiert, so dass mit Cdim oder C° der komplette Vierklang gemeint ist.

Benennt man die Töne eines verminderten Akkordes, wäre die verminderte Septime eines Cdim7 streng genommen ein Bbb und kein A. In der Praxis wird das aber kaum jemand so genau halten und der Einfachheit halber ein A auf dem Notenblatt plazieren.

Akkorderweiterung 13

Enthält der Akkord eine 7 oder maj7, dann hat die große Sexte die Funktion der Akkorderweiterung 13, z.B. G7(13) bzw. kurz G13 oder Cmaj7(13) bzw. kurz Cmaj13.

Kleine Septime

Im Gegensatz zu anderen Intervallen, bei denen zwischen groß und klein unterschieden wird (Sekunde, Terz und Sexte) und die kleine Variante mit b (oder bei der Terz ein m oder Minuszeichen) bedacht wird, wird die kleine Septime als einfache 7 notiert und die große wird als maj7 (MA7, j7, etc...) zusätzlich ausgezeichnet. Das ist auch bemerkenswert, weil der natürliche siebte Ton der Durtonleiter eine maj7 ist.

Die kleine Septime 7 ist die natürliche Septime bei Mollseptakkorden, z.B. Dm7 oder Am7. Mit einem Durakkord bildet sie den sogenannten Dominantseptakkord, z.B. G7.

Große Septime

Die große Septime ist der natürliche siebte Ton der Durtonleiter. Sie ist das Intervall mit den meisten unterschiedlichen Schreibweisen. Hier wird maj7 bevorzugt, oft findet man aber auch Cj7  CMA7  CΔ7 oder gar C7+ (letzteres führt beim Autor zu Bauchschmerzen, da das Pluszeichen bei sovielen besseren Alternativen doch eher der #5 vorbehalten bleiben sollte).

Maj7 Akkorde findet man standardmäßig auf der ersten und vierten Stufe der Durtonleiter, also Cmaj7 und Fmaj7 in einem Song in C-Dur. Es kommen aber (viel seltener) auch Mollakkorde mit maj7 vor. In diesem Fall sollte die maj7 zur besseren Lesbarkeit in Klammern notiert werden, also z.B. Cm(maj7) oder C-(Δ7). Hochgestellt sind die Klammern nicht unbedingt nötig: Cmmaj7 bzw. C-Δ7

Zahlen bis 7 bezeichnen Akkordtöne,
höhere Zahlen 9, 11, und 13 bezeichnen Akkorderweiterungen (auch "Tensions" = "Spannungstöne").

Zusammensetzung der Akkorde aus den Intervallen:

Aufbau des Basis-Akkords

Der grundlegende Aufbau von Akkorden geschieht durch übereinanderstapeln von Terzen über einen Grundton (engl. "root"):

  • Grundton - große Terz - Quinte [ 1 3 5 ] bilden einen Dur-Akkord. Lektion
  • Grundton - kleine Terz - Quinte [ 1 m3 5 ] bilden einen Moll-Akkord. Lektion
  • Bei Septakkorden kommt noch die kleine Septime (7) oder große Septime (maj7) dazu:
    • "Major-Sieben" Akkord (z.B. Cmaj7): [ 1 3 5 maj7 ] , also ein Dur-Akkord mit großer Septime. Lektion
    • Dominantseptakkord (z.B. G7): [ 1 3 5 7 ], also ein Dur-Akkord mit kleiner Septime. Lektion
    • Mollseptakkord (z.B. Dm7): [ 1 m3 5 7 ], also ein Moll-Akkord mit kleiner Septime. Lektion
  • Weitere (seltenere oder komplexere) Akkorde
    • Grundton - kleine Terz - verminderte Quinte [ 1 m3 b5 ] und ggf. eine verminderte Septime [ 1 m3 b5 dim7 ] bilden einen Verminderten Akkord
    • Grundton - kleine Terz - verminderte Quinte und kleine Septime [ 1 m3 b5 7 ] ergeben den Halbverminderten Akkord. Lektion
    • Grundton - große Terz - übermäßige Quinte [ 1 3 #5 ] bilden einen Übermäßigen-Akkord
    • Auch Moll-Major-Sieben [ 1 m3 5 maj7 ] kommt durchaus vor...

Modifikationen, Erweiterungen, alternativer Basston, Weglassen der Quinte

Diese grundlegenden Formen können verändert bzw. erweitert werden:

  • Modifikationen:
  • Erweiterungen:
    • Hinzufügen von Tensions 9, 11 oder 13 zum Vierklang. Beispiele in Akkordfolge
    • Hinzufügen von 9 oder 11 zum Dreiklang ergibt add9 bzw. add11 (letzterer selten). Lektion
    • Hinzufügen von alterierten Tensions b9, #9, #11 oder b13. Lektion
  • Hinzufügen eines Basstones, der nicht dem Grundton entspricht ("Slash Chord"). Lektion [Teil II]
  • Die Quinte wird besonders bei erweiterten Akkorden gerne weggelassen (omit5, no5, normalerweise aber nicht extra notiert)

Überblick der gängigsten Akkordtypen

Hier die häufigsten Akkordtypen mit Akkordsymbolen und Intervallen in tabellarischer Form:

Akkordtyp Akkord­symbole
Beispiele mit Grundton C
Intervalle
Dreiklänge
Dur Akkord C (nur Grundton als Groß­buchstabe) 1  3  5
Moll Akkord Cm  C-  CM  CMI  c 1 m3  5
Übermäßiger Akkord Caug  C+  C+5  C5+ 1  3 #5
Verminderter Akkord (kommt nur selten ohne 7 vor) Cdim  C° 1 m3 b5
Sus4 Akkord Csus  Csus4 1  4  5
Sus2 Akkord Csus2 1  2  5
Vierklänge
"Major-Sieben" Cmaj7  Cj7  CMA7  CΔ7 1  3  5 maj7
Dominant­septakkord ("V7") C7 1  3  5  7
Mollseptakkord Cm7  C-7  CM7  CMI7  Cmi7  c7 1 m3  5  7
Halbverminderter Akkord ("Moll Sieben b5") Cm7b5  C-7b5  C 1 m3 b5  7
Verminderter Akkord Cdim  Cdim7  C°  C°7 1 m3 b5 dim7
Sextakkord C6 1  3  5  6
Mollsextakkord Cm6  C-6 1 m3  5  6
Erweiterte Akkorde
Add9 Cadd9 1  3  5  9
9 C7(9)  C9 1  3  5  7  9
Maj9 Cmaj7(9)  Cmaj9  Cj9  CMA9  CΔ9 1  3  5 maj7 9
m9 Cm7(9)  Cm9  C-9  CM9  CMI9  Cmi9 1 m3  5   7  9
6/9 C6(9)  C6/9 1  3  (5)  6   9
m11 Cm7(11)  Cm11  C-11  CMI11  Cmi11 1  3  5  7  11
13 C7(13)  C13 1  3  (5)  7 (9) 13
7(#11) C7(#11) 1  3  #11  7
Alterierter Akkord C7alt  C7(b9)  C(b9,b13)  C7(#9) etc... 1  3  7 (b9, #9, #11,  b13)
Akkordtyp Akkord­symbole
Beispiele mit Grundton C
Intervalle

In der Praxis

Es ist normalerweise gar nicht notwendig, Erweiterungen wie 9, 11, 13 (bzw. ihre alterierten Varianten) im Akkordsymbol zu notieren. Der harmonisch versierte Gitarrist wird sie nach eigenem Ermessen verwenden.

Je komplexer ein Akkord wird, desto eher wird man auf dem Gitarren-Griffbrett auf die Quinte verzichten (seltener, wenn es sich um die reine Quinte und nicht b5 oder #5 handelt), um sonst alle gewünschten Akkordtöne im Griff unterzubringen.

Voicings

Die Reihenfolge der Intervalle, wie sie (meist abweichend von der Grundform des Akkordes 1-3-5...etc.) dann tatsächlich auch dem Gitarren-Griffbrett erscheinen, bezeichnet man als Akkord-Voicing. Einen Septakkord könnte man zum Beispiel mit den Voicings 1-3-5-7 (Grundform), 1-5-7-3-5 oder 1-7-3-5 oder 3-7-1-5, etc. spielen.